Meldeschein Ferienwohnung 2026: Pflichtfelder, Vorlage, Aufbewahrung
Seit dem 1. Januar 2025 müssen nur noch ausländische Gäste einen Meldeschein unterschreiben — bei Gästen mit deutscher Staatsangehörigkeit ist die Pflicht vollständig entfallen. Rechtsgrundlage sind die §§ 29 und 30 Bundesmeldegesetz. Der Meldeschein enthält genau acht Pflichtangaben, wird am Anreisetag handschriftlich unterschrieben und ein Jahr nach der Abreise aufbewahrt. Ein fehlender Meldeschein kostet nach § 54 BMG bis zu 1.000 €.
Capitolo 01 / 11
01 — Was seit 2025 gilt: Meldeschein nur noch für ausländische Gäste
Bis Ende 2024 galt für jede Beherbergungsstätte in Deutschland dieselbe Regel: Jeder Gast unterschreibt einen Meldeschein, unabhängig von Staatsangehörigkeit und Betriebsgröße. Das betraf ausdrücklich auch Ferienwohnungen, Privatzimmer, Monteurzimmer und Pensionen — nicht nur Hotels.
Mit dem Vierten Bürokratieentlastungsgesetz, das der Bundestag am 26. September 2024 beschlossen hat, wurden die §§ 29 und 30 Bundesmeldegesetz geändert. Seit dem 1. Januar 2025 gilt:
- Gäste mit deutscher Staatsangehörigkeit: keine Meldescheinpflicht mehr — kein Formular, keine Unterschrift, keine Aufbewahrung.
- Ausländische Gäste: unverändert Pflicht. Sie unterschreiben am Tag der Ankunft handschriftlich einen besonderen Meldeschein (§ 29 Abs. 2 BMG) und weisen sich mit einem anerkannten, gültigen Pass oder Passersatz aus (§ 29 Abs. 3 BMG).
Attenzione
Wichtig: Entscheidend ist die Staatsangehörigkeit, nicht der Wohnsitz. Eine Familie aus Wien, die eine Woche an der Ostsee bucht, braucht einen Meldeschein. Eine französische Staatsbürgerin, die seit zwölf Jahren in Köln lebt und in Bayern Urlaub macht, ebenfalls. Ein deutscher Auswanderer mit Wohnsitz in Zürich hingegen nicht. EU-Bürger sind nicht ausgenommen.
Die Entlastung ist real, greift aber ungleichmäßig: Eine Ferienwohnung im Bayerischen Wald mit 90 Prozent deutschen Gästen spart fast den gesamten Aufwand, ein Apartment in Berlin-Mitte bearbeitet weiterhin für die Mehrheit der Buchungen einen Meldeschein.
Nota
Kein Sonderfall Ferienwohnung: § 29 Abs. 6 BMG nimmt nur bestimmte Einrichtungen aus — Bildungsstätten, Betriebs- und Vereinsheime für Mitglieder, Jugendherbergen, Berghütten und Häuser öffentlich-rechtlicher Religionsgemeinschaften. Ferienwohnungen stehen nicht auf dieser Liste.
Capitolo 02 / 11
02 — Die acht Pflichtfelder nach § 30 Abs. 2 BMG
§ 30 Abs. 2 BMG formuliert die Datenfelder als abgeschlossene Liste: Der Meldeschein enthält ausschließlich diese Angaben — eine klare Vorgabe und zugleich eine Grenze nach oben.
| Nr. | Pflichtfeld | Was genau hineingehört | Typischer Fehler |
|---|---|---|---|
| 1 | Tag der Ankunft und der voraussichtlichen Abreise | Beide Daten, auch wenn die Abreise sich später verschiebt | Nur das Anreisedatum eintragen |
| 2 | Familienname | Schreibweise wie im Ausweisdokument, inklusive Doppel- und Geburtsnamen | Der Buchungsname aus dem Portal statt des Passnamens |
| 3 | Vornamen | Alle Vornamen, nicht nur der Rufname | Nur den ersten Vornamen erfassen |
| 4 | Geburtsdatum | Tag, Monat und Jahr | Nur das Geburtsjahr |
| 5 | Staatsangehörigkeiten | Bewusst Plural: bei doppelter Staatsbürgerschaft beide | Das Land der Wohnadresse statt der Staatsangehörigkeit |
| 6 | Anschrift | Wohnadresse des Gastes | Die Adresse der Ferienwohnung eintragen |
| 7 | Zahl der ausländischen Mitreisenden und deren Staatsangehörigkeiten | Anzahl plus Nationalitäten der mitreisenden ausländischen Personen | Mitreisende Kinder nicht mitzählen |
| 8 | Seriennummer des Passes oder Passersatzpapiers | Die Dokumentennummer des vorgelegten Ausweises | Eine Ausweiskopie anfertigen statt die Nummer zu notieren |
Dazu kommen drei Elemente, die keine Datenfelder im engeren Sinn sind, aber auf das Formular gehören:
| Element | Rechtsgrundlage | Anforderung |
|---|---|---|
| Handschriftliche Unterschrift des Gastes | § 29 Abs. 2 BMG | Am Tag der Ankunft, eigenhändig |
| Vermerk über Abweichungen | § 30 Abs. 2 BMG | Abweichungen vom Ausweisdokument und ein fehlendes Dokument werden vermerkt |
| Zusatzangaben nach Landesrecht | § 30 Abs. 3 BMG | Landesrecht kann Daten für Kurtaxe oder Fremdenverkehrsabgabe auf demselben Formular erlauben |
Attenzione
Häufig übersehen: Weitere Felder sind nicht zulässig. Kfz-Kennzeichen, E-Mail-Adresse, Mobilnummer, Beruf oder Reisezweck gehören nicht auf den Meldeschein, solange sie nicht durch Landesrecht für den Gästebeitrag gedeckt sind. Solche Daten erheben Sie getrennt auf eigener Rechtsgrundlage.
Tip
Tipp zur Passkopie: Das BMG verlangt den Abgleich der Angaben mit dem Ausweis und die Seriennummer, keine Kopie des Dokuments. Wer Passfotos speichert, erzeugt einen Datenbestand ohne melderechtliche Grundlage — ein vermeidbares DSGVO-Risiko.
Capitolo 03 / 11
03 — Wer unterschreiben muss: Einzelgäste, Familien, Reisegruppen
§ 29 Abs. 2 BMG staffelt die Unterschriftspflicht nach Konstellation und reduziert damit den Papieraufwand bei Familien und Gruppen erheblich.
| Konstellation | Wer unterschreibt | Was zusätzlich erfasst wird |
|---|---|---|
| Ausländischer Einzelgast | Der Gast selbst | Alle acht Pflichtfelder |
| Ausländisches Paar oder Familie | Eine Person (Hauptgast) | Mitreisende Ehegatten, Lebenspartner und minderjährige Kinder werden nur der Zahl nach angegeben |
| Reisegruppe über zehn Personen | Nur der Reiseleiter | Zahl und Staatsangehörigkeit der ausländischen Mitreisenden |
| Gast mit deutscher Staatsangehörigkeit | Niemand | Kein Meldeschein seit 1. Januar 2025 |
| Gemischte Buchung | Die ausländischen Personen | Deutsche Mitreisende bleiben außen vor |
Ein Beispiel: Ein niederländisches Ehepaar mit zwei Kindern mietet ein Ferienhaus in Ostfriesland. Es genügt ein Meldeschein mit den Daten und der Unterschrift eines Elternteils plus der Zahl der Mitreisenden — vier Formulare sind nicht nötig. Anders bei zwei erwachsenen Freundinnen aus Frankreich: weder Ehegatten noch Lebenspartner noch minderjährig, hier unterschreibt jede für sich.
Nota
Sonderfall Langzeitgast: Wer länger als sechs Monate in einer Beherbergungsstätte wohnt, muss sich nach § 17 oder § 28 BMG regulär bei der Meldebehörde anmelden. Personen ohne Wohnung im Inland melden sich binnen zwei Wochen an, sobald der Aufenthalt drei Monate überschreitet.
Capitolo 04 / 11
04 — Ausweispflicht und Datenabgleich am Anreisetag
Zwei Pflichten treffen den Vermieter zusätzlich zur Unterschrift — beide werden in Ferienwohnungen häufiger übersehen als in Hotels.
Erstens die Vorlagepflicht. Einzeln zu erfassende ausländische Gäste müssen sich bei der Anmeldung durch einen anerkannten und gültigen Pass oder Passersatz ausweisen (§ 29 Abs. 3 BMG). Ein Führerschein genügt dafür nicht.
Zweitens die Abgleichpflicht. Der Leiter der Beherbergungsstätte — bei einer Ferienwohnung also der Vermieter oder die beauftragte Person — vergleicht die Angaben auf dem Meldeschein mit dem Ausweisdokument. Abweichungen werden vermerkt, ein fehlendes gültiges Dokument ebenfalls.
Daraus folgt eine oft unterschätzte Konsequenz: Der Meldeschein setzt einen Moment voraus, in dem Gast und Dokument gemeinsam greifbar sind. Genau dieser Moment fehlt beim schlüssellosen Self-Check-in in der Ferienwohnung. Ein ausgedruckter Meldeschein auf dem Küchentisch deckt die Abgleichpflicht formal nicht ab — auch wenn dieser Weg verbreitet ist.
Dato
Größenordnung: Bei 45 Buchungen pro Jahr und 40 Prozent Ausländeranteil fallen rund 18 Meldescheine pro Wohnung an, bei fünf Einheiten etwa 90 — genug für eine saubere Routine, zu wenig für eine Rezeption.
Capitolo 05 / 11
05 — Aufbewahrung: ein Jahr, dann Vernichtung binnen drei Monaten
§ 30 Abs. 4 BMG regelt die Frist in beide Richtungen: Ausgefüllte Meldescheine sind vom Tag der Abreise an ein Jahr aufzubewahren und danach innerhalb von drei Monaten zu vernichten, elektronisch gespeicherte Daten entsprechend zu löschen. Beide Enden sind verbindlich — zu früh vernichten ist eine Ordnungswidrigkeit, zu lange aufbewahren ebenfalls und zusätzlich ein Verstoß gegen den Grundsatz der Speicherbegrenzung nach DSGVO.
| Abreisedatum | Aufbewahrung mindestens bis | Vernichtung spätestens bis |
|---|---|---|
| 15. August 2026 | 15. August 2027 | 15. November 2027 |
| 28. Dezember 2026 | 28. Dezember 2027 | 28. März 2028 |
Berechtigte Behörden können verlangen, dass ihnen die unterschriebenen Meldescheine zur Einsichtnahme vorgelegt werden; elektronisch erfasste Daten müssen maschinenlesbar bereitstehen. Eine laufende Übermittlungspflicht gibt es dagegen nicht: Der Vermieter schickt Meldescheine nicht routinemäßig an Polizei oder Meldebehörde, er hält sie vor.
Tip
Praxisempfehlung: Legen Sie pro Kalenderjahr einen Ordner an und führen Sie eine Liste mit Abreise- und Vernichtungsdatum. Ohne Fristen-Tracking bewahren Sie am Ende Dokumente auf, die längst gelöscht sein müssten.
Capitolo 06 / 11
06 — Digitaler Meldeschein 2026: was zulässig ist und was nicht
Hier liegt das größte Missverständnis im Markt. § 29 Abs. 5 BMG erlaubt es, die handschriftliche Unterschrift durch ein elektronisches Verfahren zu ersetzen — aber nur durch eines von drei genau bezeichneten und nur mit Einwilligung des Gastes. Er bestätigt die Richtigkeit seiner Angaben am Tag der Ankunft über:
- Starke Kundenauthentifizierung bei einem kartengebundenen Zahlungsvorgang mit zweckgebundener Zuordnungsnummer
- Elektronischen Identitätsnachweis (Personalausweis, eID-Karte, elektronischer Aufenthaltstitel)
- Vor-Ort-Auslesen der eID-Karte oder des Aufenthaltstitels
Was ausdrücklich nicht genügt: eine Unterschrift, die der Gast mit dem Finger auf ein Tablet oder Smartphone malt; ein Häkchen im Online-Formular („Ich bestätige meine Angaben"); ein PDF, das der Gast per E-Mail zurückschickt, ohne eines der drei Verfahren zu durchlaufen; ein Foto des Formulars, wenn die Unterschrift nicht am Anreisetag geleistet wurde.
Zusätzlich sieht § 29 Abs. 5 BMG einen Erprobungsweg vor: Betreiber können beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Zulassung eines alternativen elektronischen Verfahrens mit vergleichbarem Sicherheitsniveau beantragen — befristet auf höchstens fünf Jahre. Für die technische Umsetzung gilt § 30 Abs. 5 BMG: Wer elektronisch erfasst, muss technische und organisatorische Maßnahmen nach der Datenschutz-Grundverordnung treffen.
Attenzione
Fazit 2026: Ein papierloser, rechtssicherer Meldeschein ist gesetzlich möglich, aber technisch anspruchsvoll — er hängt an Zahlungs- oder eID-Infrastruktur, nicht an einem Formular-Tool. Für Vermieter mit einer bis fünf Einheiten bleibt der handschriftlich unterschriebene Meldeschein der pragmatische Weg.
Capitolo 07 / 11
07 — Kurtaxe und Gästebeitrag: die zweite Meldepflicht, die geblieben ist
Der häufigste Folgefehler nach der Gesetzesänderung: annehmen, mit dem Wegfall des BMG-Meldescheins für deutsche Gäste entfalle jede Gästeerfassung. Das Gegenteil ist der Fall.
Kommunale Kurbeitrags-, Gästebeitrags- und Tourismusbeitragssatzungen stützen sich auf die Kommunalabgabengesetze der Länder, nicht auf das Bundesmeldegesetz. Sie gelten unverändert weiter — und sie erfassen deutsche wie ausländische Gäste. Im Berchtesgadener Land, an der Nordsee oder im Schwarzwald bleibt die Gästemeldung für den Kurbeitrag daher Pflicht, oft über ein eigenes Portal des Kur- oder Zweckverbands. In vielen Gemeinden laufen 2026 also zwei Prozesse parallel.
| Prozess | Rechtsgrundlage | Gilt für | Was passiert damit |
|---|---|---|---|
| Meldeschein | §§ 29, 30 BMG (Bundesrecht) | Nur ausländische Gäste | Bleibt beim Vermieter, ein Jahr aufbewahren, Vorlage auf Verlangen |
| Gästemeldung für Kurbeitrag | Kommunalabgabengesetz + Gemeindesatzung | Alle Gäste, unabhängig von Staatsangehörigkeit | Meldung an Gemeinde oder Kurverband, Abrechnung des Beitrags |
Wo Städte zusätzlich eine Übernachtungssteuer erheben, kommt eine dritte Meldelinie dazu — die Sätze und Verfahren der großen deutschen Städte schlüsselt der Beitrag zur Beherbergungssteuer auf.
Nota
Hinweis: § 30 Abs. 3 BMG erlaubt die Erhebung der Kurtaxe-Daten auf demselben Formular, wenn Landesrecht das vorsieht. Wo diese Bündelung nicht greift, brauchen Sie zwei getrennte Erfassungen — prüfen Sie die Satzung Ihrer Gemeinde, bevor Sie ein Formular entwerfen.
Capitolo 08 / 11
08 — Bußgelder: bis zu 1.000 € nach § 54 BMG
Verstöße gegen die Meldescheinpflicht sind Ordnungswidrigkeiten nach § 54 BMG. Der Rahmen liegt hier bei bis zu 1.000 € — deutlich unter den 50.000 € des § 54 Abs. 1, aber pro Verstoß und damit skalierend.
| Verstoß | Norm | Bußgeldrahmen |
|---|---|---|
| Meldeschein nicht rechtzeitig unterschrieben | § 29 Abs. 2 BMG | bis 1.000 € |
| Meldeschein nicht bereitgehalten | § 30 Abs. 1 BMG | bis 1.000 € |
| Aufbewahrungsfrist nicht eingehalten | § 30 Abs. 4 BMG | bis 1.000 € |
| Meldescheine nicht vorgelegt oder Daten nicht maschinenlesbar bereitgestellt | § 30 Abs. 4 BMG | bis 1.000 € |
Kontrolliert wird stichprobenartig durch Meldebehörde oder Polizei, häufig im Zusammenhang mit anderen Prüfungen — einer Kurbeitragsprüfung, einer Anfrage zur Zweckentfremdung oder einer Nachbarschaftsbeschwerde. Wer dabei 30 Meldescheine nicht vorlegen kann, diskutiert nicht über einen Einzelfall.
Capitolo 09 / 11
09 — Österreich und Schweiz: andere Fristen, andere Formulare
Die deutsche Entlastung von 2025 hat weder in Österreich noch in der Schweiz eine Entsprechung.
| Land | Rechtsgrundlage | Gilt für | Frist | Aufbewahrung |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | §§ 29, 30 BMG | nur ausländische Gäste | Unterschrift am Anreisetag | 1 Jahr ab Abreise, Vernichtung binnen 3 Monaten |
| Österreich | § 10 Meldegesetz 1991, Gästeverzeichnis | alle Gäste | Anmeldung per Gästeverzeichnisblatt binnen 24 Stunden | 7 Jahre ab Eintragung |
| Schweiz | Art. 16 AIG, kantonale Vorschriften | ausländische Gäste, kantonal teils alle | kantonal geregelt, meist bei Ankunft | kantonal unterschiedlich |
In Österreich führt der Inhaber eines Beherbergungsbetriebs ein Gästeverzeichnis mit Ankunfts- und Abreisedatum; Meldebehörde und Organe des öffentlichen Sicherheitsdienstes haben auf Verlangen jederzeit Einsichtsrecht. Die Sieben-Jahres-Frist ist deutlich länger als die deutsche. Wie die Meldung mit der Wiener Abgabenlogik zusammenspielt, behandelt der Beitrag zur Ortstaxe Wien.
In der Schweiz verpflichtet Art. 16 des Ausländer- und Integrationsgesetzes jeden, der Ausländerinnen und Ausländer gewerbsmäßig — also gegen Entgelt — beherbergt, zur Meldung an die zuständige kantonale Behörde. Das trifft ausdrücklich auch Privatpersonen, die über eine Buchungsplattform vermieten. Formulare und Fristen legt jeder Kanton selbst fest. In vielen Gemeinden ist dieselbe Meldung zugleich die Grundlage für die Abrechnung der Kurtaxe in der Schweiz, die je Gemeinde zwischen rund CHF 0.95 und CHF 7.00 pro Person und Nacht liegt.
Capitolo 10 / 11
10 — Meldeschein-Vorlage: so bauen Sie Ihr Formular selbst
Ein bundesweit vorgeschriebenes amtliches Muster gibt es nicht. Maßgeblich ist der Inhalt, nicht das Layout — die Tabelle in Abschnitt 02 ist damit die vollständige inhaltliche Vorlage. Wer ein eigenes Formular erstellt, arbeitet diese Reihenfolge ab:
- Kopfzeile: Name und Adresse der Ferienwohnung, laufende Nummer des Meldescheins
- Die acht Pflichtfelder aus § 30 Abs. 2 BMG — keine Zusatzfelder
- Feld für Abweichungsvermerke (Angaben weichen vom Ausweis ab / kein gültiges Dokument vorgelegt)
- Unterschriftsfeld mit Datum, beschriftet mit dem Anreisedatum
- Datenschutzhinweis: Zweck (Meldepflicht nach §§ 29, 30 BMG), Rechtsgrundlage, Aufbewahrungsdauer ein Jahr, Empfänger auf Verlangen berechtigte Behörden
- Nur wenn Landesrecht es deckt: Block für Kurbeitrags-Angaben, getrennt vom Meldeschein-Teil
- Zwei Sprachen: Deutsch plus Englisch auf demselben Blatt — Ihre meldepflichtigen Gäste sind per Definition keine deutschen Staatsbürger
Was eine gute Vorlage vermeidet: ein Feld für die Ausweiskopie, ein E-Mail-Feld im Meldeschein-Teil und eine gemeinsame Unterschriftszeile für Ehepaare, obwohl eine Unterschrift genügt.
Capitolo 11 / 11
11 — Gästedaten schon vor der Anreise einsammeln
Der Zeitfresser am Meldeschein ist selten das Formular, sondern das Nachlaufen: Nachname anders geschrieben als in der Buchung, Passnummer nicht zur Hand, Anschrift unvollständig, Zahl der Mitreisenden erst beim Einchecken klar.
Genau dieser Teil lässt sich vorziehen. Verto AI beantwortet Gästenachrichten auf WhatsApp rund um die Uhr in über 25 Sprachen und versteht Text, Fotos und Sprachnachrichten; über 12.000 ausgewertete Konversationen zeigen, dass rund 85 Prozent der Anfragen vollständig autonom gelöst werden. In derselben Konversation lassen sich vor der Anreise die Angaben einsammeln, die Sie für den Check-in brauchen — Name wie im Ausweis, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Anschrift, Mitreisende — und der Gast erfährt in seiner Sprache, warum ein Meldeschein nötig ist und welches Dokument er mitbringen muss. Umgekehrt beantwortet der Chat die Fragen, die eine digitale Gästemappe offenlässt: WLAN-Passwort, Mülltrennung, Hausordnung.
Was die KI-Ebene nicht übernimmt, ist für eine realistische Erwartung ebenso wichtig:
| Schritt | Wer erledigt ihn |
|---|---|
| Gästedaten mehrsprachig vor der Anreise abfragen | KI-Concierge in der Chat-Konversation |
| Gast erklären, welches Ausweisdokument nötig ist | KI-Concierge |
| Abgleich der Angaben mit dem Ausweisdokument | Vermieter oder beauftragte Person vor Ort |
| Handschriftliche Unterschrift am Anreisetag | Der Gast, § 29 Abs. 2 BMG |
| Aufbewahrung und fristgerechte Vernichtung | Vermieter |
| Vorlage bei einer Behördenanfrage | Vermieter |
Die Meldepflicht bleibt damit dort, wo das Gesetz sie verortet: beim Leiter der Beherbergungsstätte. Automatisieren lässt sich die Vorarbeit. Die Einrichtung dauert rund 30 Minuten, es gibt keine Mindestlaufzeit und Sie können jederzeit kündigen.
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